Old Bruges

Brügges Geschichte reicht bis in das 9. Jahrhundert zurück, als es von Wikingern gegründet wurde. Es wird angenommen, dass sich der Name Brügge von dem alten skandinavischen Wort "Brygga" ableitet, was "Hafen" oder "Ankerplatz" bedeutet. Der Fluss Zwin verband die Siedlung mit der Nordsee und so wurde die Stadt schnell zu einem wichtigen internationalen Handelshafen.

Ein kurzer geschichtlicher Überblick über Brügge

By Pratyeka (Own work) (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), via Wikimedia Commons

Brügges Geschichte erzählt von Aufstieg, Fall und erneutem Aufstieg. Im 12. Jahrhundert erlangte Brügge das Stadtrecht, aber bald danach begann der Zwin zu versanden. Brügge passte sich der Situation durch die Schaffung von Außenposten in Damme und Sluis an. Gleichzeitig verbreitete sich der Transport über Land. Händler aus der ganzen Welt strömten in die Stadt, um ihre Waren zu verkaufen und international gerühmte flämisches Tuch zu erwerben, das in verschiedenen Städten wie dem nahe gelegenen Gent produziert wurde.

Im 14. Jahrhundert entwickelte sich Brügge zum Warenlager der nordeuropäischen Hansestädte. Mehrere Länder, wie Italien, Deutschland und Spanien hatten ihre eigene Vertretung in Brügge, was es zu einem wirklichen europäisches Zentrum machte, wo man täglich unterschiedliche Sprachen hören und exotische Produkte kaufen konnte.

Brügges Reichtum begann im 15. Jahrhundert zurückgehen, als der größere Hafen von Antwerpen dominanter wurde und gleichzeitig auch die Tuchindustrie verfiel. Kunst und Architektur gediehen jedoch weiter und führten zum Bau der prächtigen spätgotischen Gebäude und Kirchen sowie der flämischen Malereischule (einschließlich Anthony Van Dyck und Hans Memling).

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts verfügte Brügge kaum noch über Macht und um die Mitte des 19. Jahrhunderts war Brügge die ärmste Stadt in Belgien. Das 20. Jahrhundert brachte jedoch neues Leben in die Stadt, als sie zu einem internationalen Touristenziel wurde. Brügges mittelalterliches Erbe erwies sich nun als eine neue Quelle des Reichtums für das Venedig des Nordens. Auch der neue Hafen von Zeebrugge (16km vor der Stadt, an der flämischen Küste gelegen) brachte neue Entwicklung und neue Industrien in die Region.
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