Mary Belgian Chocolate
Fast die Hälfte der Schokolade, die die Welt verbraucht, wird in Europa verzehrt und Belgien – mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 7,5 kg pro Jahr – trägt einen guten Teil dazu bei. Auch wenn die Landeshauptsstadt Brüssel Heimat hunderter Schokoladenherstellern ist, ist der Hauptgrund des Besuchs – zumindest aus der Perspektive von Schokoladenliebhabern – die großartige und traditionsreiche Handwerkskunst der Chocolatiers.

Brüssel, Heimat von hunderten von Chocolatiers

Displays at Mary chocolate shop
Für den Reiseteil vom 19. Oktober der New York Times mit Thema Europa wählten Autoren und Redakteure ausgewählte Besonderheiten von dutzenden Städten. Nachfolgend erkunden Sie alles von Schokolade in Brüssel, Seide in Florenz und Design in Kopenhagen.

Und keiner verkörpert die nationale Hingabe zu Handwerk und Qualität mehr als Mary. Mary Delluc gründete ihr Geschäft im Jahr 1919 an der Rue Royale, entlang genau der Strecke, die der König täglich zum Königspalast nahm. 1942 erreichte Sie ihr Ziel, Hoflieferantin der königlichen Familie für Schokolade zu werden. Eine Ehre, die der Chocolaterie Mary drei weitere Male verliehen wurde, zuletzt im Jahr 2013. Auch wenn Mary seit 95 Jahren auf der Rue Royale präsent ist, hat sich ihre Adresse drei Mal, das letzte Mal (Rue Royale 73) wegen einer Generalerneuerung im Jahr 2010 geändert.

"Wir gingen zurück zu den Wurzeln von Mary", sagte der Geschäftsführer, Olivier Borgerhoff, mit dem Hinweis auf die Rückkehr zu den ursprünglichen weiß-goldenen Farben und der Prominenz des Logos. "Wenn es um Schokolade geht, könnte es auch das 20. Jahrhundert sein. Wir ändern die Schokoladenart nicht oft", so Herr Borgerhoff. "Wir versuchen nur, unsere bestehende Auswahl zu verbessern." Das bedeutet, qualitativ hochwertige Zutaten zu beschaffen und auf Konservierungsstoffe und künstliche Zusatzstoffe bei den Dutzenden mit Karamell, Marzipan, Mousse, Ganache und Sahne gefüllten Süßwaren zu verzichten, die in ordentlichen Reihen entlang eines zentralen Zählers gestapelt werden, zusammen mit Gläsern mit hanggerollten Trüffeln, mit Mandeln beflockt und mit Puderzucker bestäubt. Eine 250-Gramm-Box kostet 17€.

Ein weiterer Chocolatier, Debailleul, ist entschiedenermaßen skurriler. Die kleine Kette, 1983 von Marc Debailleul gegründet, produziert Bonbons und Ballotins bzw. Boxen, die so raffiniert und schön sind, dass es fast – fast – eine Schande ist, sie zu essen. Die Optionen sind beschränkt auf traditionelle Pralinen und cremige Ganache, viele von Hand mit Amor bemalt, mit dem Buchstaben "D" bzw. anderen Schnörkeleien verziert sowie Vanille-, Kaffee- und Karamell-Trüffel. Besuchen Sie den Fabrikverkauf (Rue de Ganshoren 27-39). Sie werden sich fühlen, als hätten Sie die geheimen Schätze der belgischen Schokoladen-Hauptstadt entdeckt.
AMY M. THOMAS "

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