View Brussels

Brüssel hat viel zu bieten. Sie ist die Geburtsstätte der Praline, die Heimat einiger der größten Kunstwerke der Welt und vor allem die Stadt, deren berühmtes Wahrzeichen ein kleiner pinkelnder Junge ist. Doch was würden Sie am liebsten unternehmen, wenn Sie nur 48 Stunden in Brüssel wären? Würden Sie beim Atomium anfangen? Oder lieber den Spuren von Tim und Struppi folgen? Wäre Ihre Zeit der Jugendstil-Architektur, dem majestätischen Grand Place oder den Kunstschätzen der zahlreichen modernen Museen gewidmet? Bei so vielen Angeboten ist es gar nicht einfach, eine erste Auswahl zu treffen. Mit diesem Stadtführer können Sie Brüssel in zwei Tagen von seiner kunstvollen Seite erleben.

Tag 1

Die schönen Künste für einen optimalen Anfang 

Ihre Tour beginnt am Brüsseler Hauptbahnhof, direkt vor den Toren der Königlichen Museen der Schönen Künste in Belgien. Jedes der Museen birgt eine Vielfalt wunderbarer Erlebnisse. Wenn Sie jedoch am liebsten den ganz großen Meistern auf den Zahn fühlen wollen, sind Sie im Museum für Alte Kunst genau richtig, daß Ihnen die Werke europäischer Maler aus dem 15. bis 18. Jahrhundert vorstellt. Dort gibt es Meister wie Hieronymus Bosch, Hans Memling, Pieter Bruegel der Ältere und Peter Paul Rubens zu bestaunen.

Wenn Sie eine Vorliebe für surreale Kunst haben, dann ist das Magritte Museum genau das Richtige für Sie. Diese Galerie ist ausschließlich dem belgischen Surrealisten René Magritte gewidmet, der grüne Äpfel und Melonenhüte zu künstlerischen Sinnbildern machte, und führt sie durch die fantastische Welt eines der größten Künstler Belgiens. 

Royal Museums of Fine Arts of Belgium

Wenn Sie das Gefühl haben eine musikalische Abwechslung zu brauchen, wird Sie die Kollektion des weltberühmten Musikinstrumentenmuseums MIM mit seinen über 7.000 Instrumenten sicher in höchsten Tönen schwärmen lassen. Hier gibt es alles von der Glasharmonika bis zur Drehleier. Eines der Herzstücke ist das Componium aus dem 19. Jahrhundert – ein faszinierendes Instrument, das eine schier unendliche musikalische Vielfalt erzeugen kann, ohne sich je zu wiederholen.

Music Instrument Museum (c)Milo Profi

Ein Nachmittag im Atomium

Ihr nächstes Reiseziel ist am einfachsten mit der Metro erreichbar. Versuchen Sie in den Stationen, einen Blick auf die Kachelbilder zu erhaschen, die dort die Wände zieren: es gibt hier viele erstaunliche Kunstobjekte zu entdecken.

Wenn Sie die Metro-Station Heysel erreicht haben, befinden Sie sich bereits am Fuße des gewaltigen und (im wahrsten Sinne des Wortes) glanzvollen und monolithischen Atomiums. Dieses über 102 Meter hohe Bauwerk stellt eine aus neun Atomen bestehende stark vergrößerte kubische Zelle des Kristallmodells des Eisens dar – und zwar in 165-milliardenfacher Vergrößerung. Das Atomium hat neben der längsten Rolltreppe in Europa auch eine Reihe von Kunstinstallationen, ein Restaurant und einen spektakulären Blick auf Brüssel zu bieten.

Atomium (c)SABAM2016 -Chirstophe Licoppe befocus

Ein kunstvoller Tagesausklang

Beenden Sie Ihren ersten Tag bei einem Rundgang mit Besichtigung der Jugendstil-Architektur in Elsene. Wenn Sie an der Metro-Station Horta aussteigen, empfiehlt sich ein Besuch im Horta Museum und an der Avenue Louise, oder schlendern Sie einfach nur durch die Straßen dieser Umgebung und bewundern die majestätischen Prachtbauten. Wenn Sie sich die Füße schon genug vertreten haben, können Sie die Architektur auch entspannt im Sitzen bei einem Kaffee im Café Metropole bewundern. Oder gehen Sie es noch genussvoller an: Das Comme Chez Soi vereint haute cuisine mit einem einzigartigen Speisesaal im Jugendstil und einem ebenso unvergleichlichen Weinkeller. Ein herrlicher Abschluss Ihres ersten Tages in der Kunststadt Brüssel.

Louiza Lane

Tag 2

Die hohe Kunst der Politik

Es geht nichts über einen Spaziergang am frühen (oder auch späten) Morgen, ganz besonders, wenn er durch den Parc du Cinquantenaire führt. Doch vielleicht möchten Sie die vielen Statuen und Monumente lieber anderen überlassen und doch lieber das AutoWorld Oldtimer-Museum besuchen. Zu der fantastischen Sammlung dieses Museums gehören ein Bugatti, ein Bentley und mehrere Limousinen, die einst im Besitz des belgischen Königshauses waren.

Und wenn Sie schon in der Gegend sind, statten Sie doch dem Parlamentarium einen Besuch ab. Dieses Museum, das sich der Geschichte, Arbeitsweise und den Aufgaben der Europäischen Union widmet, wird Sie in vielerlei Hinsicht überraschen. Lebendig wird das Erlebnis durch eine kluge und vielseitige Auswahl an Ausstellungen und multimedialen Hilfsmitteln, die Ihren Museumsbesuch erstaunlich unterhaltsam, dynamisch und interaktiv gestalten.

Übertreffen lässt sich das nur noch durch einen Besuch im Maison Antoine. Dieses inzwischen unheimlich beliebte kleine Restaurant, das 1948 erstmals seine Türen öffnete, begeistert mit der meisterhaften Zubereitung unserer besonderen belgischen Spezialität: knusprigen, goldbraunen Pommes frites.  

Jubelpark

Bunt gemischte Kunsterlebnisse

Machen Sie sich darauf gefasst, das Ihnen der berühmte Grand Place den Atem rauben wird. Dieser Platz ist umgeben von hinreißender architektonischer Schönheit. Die aufwendig verarbeiteten Goldelemente und skulpturalen Verzierungen lassen die prachtvollen Zunfthäuser im Sonnenlicht schimmern, zu dem das Brüsseler Stadtmuseum mit seiner an Spitzenstoff erinnernden Fassade einen reizvollen Kontrast liefert. Das Rathaus dominiert mit seinem imposanten Turm den Platz. Von angeblichen unerwarteten Erweiterungen in der Bauphase bis hin zu einem Fehler, wegen dem sich der Architekt vom Turm gestürzt haben soll. Um den asymmetrischen Grundriss dieses Bauwerks ranken sich die unterschiedlichsten Geschichten, die zum Zauber des Grand Place beitragen und Teil der Mythen rund um Belgien und die belgische Identität sind.

Wenn Sie nun ein wenig durstig geworden sind (oder einfach nur Lust auf ein Erlebnis der etwas anderen Art haben), betreten Sie das Le Cercueil um die Ecke, eine Cocktailbar mit Skelettfiguren, Totenkopftassen, Tischen in Sargform und, so seltsam es klingen mag, Speed-Dating.

Brussels Grand Place

Manneken Pis, rosa Elefanten, ein Königshaus und Comicbuch-Helden

Etwas weiter entlang der Straße geht es nun vorbei an einem Wandgemälde, das die Comicfigur Tim von „Tim und Struppi“ zeigt, und schließlich zu der Straßenecke, an der Manneken Pis über das Geschehen wacht. Diese puppengroße Bronzefigur, die das wohl bekannteste Symbol der Stadt Brüssel ist, wird zu besonderen Anlässen passend eingekleidet. Doch trotz seiner Berühmtheit ist die wahre Geschichte dieses Bronzeknabens nicht bekannt...

Urinierte er, um ein Feuer zu löschen? Hatte er es auf den Anführer feindlicher Truppen abgesehen? Oder liegt die Wahrheit in einer der vielen anderen Legenden, die sich um ihn ranken? 

Ein kurzer Spaziergang führt Sie entlang der Restaurantstraße Rue des Bouchers zu Jeanneke Pis, dem weiblichen Gegenstück von Manneken Pis. Haben Sie Lust auf das eine oder andere Bier? Wie wäre es mit 3.162? Das Delirium Café wurde für seine Auswahl, die das größte Angebot kommerziell erhältlicher Biere der Welt darstellt, in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Hier schmeckt ein Glas Delirium Tremens besonders gut. Es wird als eines der besten Biere der Welt geführt – die Legende, dass man danach rosa Elefanten sieht, tut dem keinen Abbruch. 

Colourful statues of Manneken Pis Brussels (c) Pieter Heremans

Doch was wäre selbst ein 48-stündiger Kurztrip ohne etwas Genuss und Verwöhnung? Wie wäre es mit einem Einkaufsbummel nach Art der Königsfamilie in der atemberaubenden Galeries Royales de Saint-Hubert? Diese architektonisch überwältigend schöne Einkaufspassage bietet unzählige Geschäfte, Cafés und vor allem Chocolatiers, wie zum Beispiel Neuhaus, dem Chocolatier, der die belgische Praline erfand.

Im belgischen Comic-Zentrum kommen Fans von Tim und Struppi, Asterix, den Schlümpfen, Lucky Luke oder der Comic-Kunst im Allgemeinen auf Ihre Kosten. Hier können Sie die Vielfalt und oft unterschätzte Tiefgründigkeit der neunten Kunst in den Zeichnungen und Tuschebildern von über 700 belgischen Autoren entdecken. Keineswegs nur ein Erlebnis für Kinder!  

Royal Galleries Brussels

Evening glow

Wenn Sie nach all den Erlebnissen Hunger bekommen haben, stillen Sie ihn doch so stilvoll wie möglich! Das mit zwei Michelin-Sternen geadelte Bon-Bon serviert Gerichte mit viel Charakter und hohem Genussfaktor. Es liegt zwar nicht gerade auf dem Weg, doch für alle, die Lust auf ein 7-Gänge-Menü haben, ist es auf jeden Fall die allererste Wahl.

Der Place Saint Catherine wiederum ist ein Muss für alle die Fisch, Muscheln und andere Meeresfrüchte lieben. Das Menü in den Restaurants variiert hier nach Angebot des Tagesfangs. Doch frische, schmackhafte Gerichte, die Sie am besten mit einem Bier im A La Mort Subite krönen, sind garantiert. Dieses Café mit reizender Jugendstil-Einrichtung ist ein unter Stadtbewohnern und Touristen gleichermaßen beliebtes Ziel. Das Café war auch Namensgeber für verschiedene Biersorten. Bevor Sie sich es jedoch angehen, diese zu probieren, möchten wir Ihnen noch eines mit auf den Weg geben: „morte subite“ bedeutet „plötzlicher Tod“. 

Place De Saint Catherine (c)visitbrussels - Eric Danhier

Wenn Sie danach noch stehen, empfehlen wir zum Abschluss Ihres Abends und Ihrer 48-Stunden-Besichtigung von Brüssel noch ein fantastisches Erlebnis: einen Besuch der Kathedrale St. Michael und St. Gudula, eines wahren Meisterwerks der gotischen Architektur. Die unfassbar schön verzierte Fassade des Bauwerks beeindruckt zu jeder Tageszeit. In der Nacht strahlt der weiße Stein nahezu. Machen Sie sich auf einen unglaublichen Anblick gefasst!

Cathedral of Saint Michael and Saint Gudula

Sie haben nun eine kleine Kostprobe von alldem bekommen, was die belgische Hauptstadt zu bieten hat. Doch es gibt noch so viel mehr zu entdecken und zu erleben. 48 Stunden sind sicherlich nicht genug, um Brüssel vollständig kennenzulernen, aber doch gerade ausreichend für einen Vorgeschmack darauf, was diese Stadt so erstaunlich und unvergesslich macht und warum es sich lohnt, wiederzukommen.

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