Grand place Brussels ©VisitBrussels

Wie schneiden Flandern und Brüssel bei der UNESCO-Welterbeliste ab? Ohne angeben zu wollen: wirklich hervorragend! Reisen Sie mit durch Jahrhunderte voller Kunst, Kultur und historischem Erbe. Und ergänzen Sie Ihre Liste der Dinge, die Sie unbedingt noch sehen oder erleben wollen! Wir beginnen mit den Beginen und enden mit Bier.

Göttliche Ruhe in den flämischen Beginenhöfen

Large Beguinage in Mechelen © Visit Mechelen - Photo Koen Broos

Wenn es um die flämischen Beginenhöfe geht, bekommen wir es mit der 13 zu tun. Es gibt nämlich 13 von ihnen. Die Beginentradition nahm im 13. Jahrhundert ihren Anfang. Und die letzte Begine starb 2013. Doch noch stets herrscht in den Beginenhöfen göttliche Ruhe.

Einst waren sie Mini-Dörfer hinter Mauern für Frauen, die ihr Leben Gott weihten. Lassen Sie sich von den malerischen Häuschen in typisch flämischen Baustilen in die Zeit zurückversetzen.

Wo? In allen flämischen Kunststädten: Antwerpen, Brügge, Gent, Leuven und Mechelen. Und in anderen Zentren unseres Kulturerbes wie Sint-Truiden, Kortrijk, Dendermonde und Turnhout.

Brüssels Grand Place: lebensgroßes Kunstwerk

Grand' Place in Brussels - view on the City Hall

Durch enge Gassen gelangen Sie auf Brüssels Grand Place und wähnen sich selbst sogleich in einem Kunstwerk. Dem Gehirn welches Genies mag sie wohl entsprungen sein? Keinem, um ehrlich zu sein. Der Grand Place mischt zahllose Architekturstile mit zeitlosem Erfolg.

Wenn Sie sich mitten auf das Kopfsteinpflaster stellen und sich um ihre eigene Achse drehen, ziehen imposante Gotik - Bauten (Rathaus) und hübsch restaurierte Zunfthäuser an Ihnen vorbei. Wollen Sie alle Details studieren? Auf einer der vielen Terrassen der Lokale rund um den Marktplatz finden Sie Ihren idealen Aussichtspunkt. Und ein belgisches Bier nach Ihrem Geschmack.

Das historische Brügge katapultiert Sie ins Mittelalter

Historic Bruges © Jan D'Hondt - view on the canal

Märchenstadt. So spricht man von den USA bis Japan über Brügge. Im mittelalterlichen Stadtkern scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Kein Wunder, dass sie komplett auf die UNESCO-Welterbeliste gesetzt wurde.

An den feenhaften Kanälen kommen Sie gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Überqueren Sie die romantische Brücke bei der Liebfrauenkirche. Oder vergucken Sie sich in den mächtigen Belfried.

Und nicht vergessen: Brügge war die Wiege der Flämischen Primitiven. Besuchen Sie deshalb unbedingt das Groeningemuseum, wo Sie in die Welt Van Eycks und Memlings eintauchen.

Besteigen Sie die belgischen Belfriede

The Belfry in Ghent

Die UNESCO setzte alle Belfriede in Flandern, der Wallonie und in Nordfrankreich gemeinsam auf die Welterbeliste. Ihr Symbolwert ist himmelhoch: Die Türme stehen schon seit dem Mittelalter für Macht, Einfluss und Reichtum der Städte. Und wer fehlt? Der Rathausturm von Brüssel. Er war bereits mit dem Grand Place aufgenommen worden.

Tipp: Kombinieren Sie einige Belfriedbesuche mit einer Radtour durch die flämischen Felder. Als Lohn der Mühe winkt das Panorama oben auf den Türmen.

Hortas Wunder der Architektur in Brüssel

Victor Horta Museum 042 - detail of the interior - CC license - Credits Photo MKSFCA

Architekt Victor Horta (1861–1947) „bildhauerte“ Häuser. Die UNESCO-Welterbeliste vereint gleich vier seiner monumentalen Brüsseler Stadthäuser. Dort können Sie den Jugendstil im vollen Glanz und Gloria bewundern.

Entdecken Sie, wie eigenwillig Horta sein Badezimmer einrichtete, blicken Sie schwindelerregende Treppen hinab, lassen Sie Ihre Finger über die graziösen Schmiedearbeiten gleiten ...

Hôtel Tassel, Hôtel Solvay und das Hortamuseum erreichen Sie nacheinander bequem zu Fuß. Für den Weg zum Hôtel van Eetvelde brauchen Sie etwas länger. Zum Glück können Sie sich unterwegs im Jubelpark (Parc du Cinquantenaire) erholen.

Jugendstil der Spitzenklasse – das Stoclet-Haus

Palais Stoclet  © Visit Brussels

Ebenso wie Hortas Werk ist das Stoclet-Haus (1911) in Brüssel ein Gesamtkunstwerk. Aber dort finden Sie keine Windungen aus der Natur, sondern geradlinige Geometrie.

Der Wiener Joseph Hoffmann baute das bahnbrechende Jugendstilhaus im Auftrag des Kunstliebhabers Adolphe Stoclet. Darin hängt noch immer ein Werk des österreichischen Malers Gustav Klimt (1862–1918). Leider kann das Haus nicht besichtigt werden. Aber schon die Ansicht von außen ist eine Augenweide. Spazieren Sie einfach die Avenue de Tervueren zwischen dem Parc du Cinquantenaire (Jubelpark) und dem Parc de Woluwe entlang.

Das Museum Plantin-Moretus macht Eindruck

Plantin-Moretus Museum in Antwerp  © Antwerp Tourism & Congres

Drucker und Verleger Christoph Plantin (ca. 1520–1589) war zu seiner Zeit eine Berühmtheit. Sein Haus und seine Druckerei beherbergen heute das Museum Plantin-Moretus.

Bewundern Sie die alten Druckmaschinen, die sagenhafte Bibliothek und sogar einen echten Rubens. So viel Geschichte nur einen Steinwurf von der Schelde, dem Groenplaats und dem lebhaften Antwerpener Modezentrum rund um die Nationalestraat entfernt.

Interessantes Detail: Es gibt weltweit nur ein einziges Museum, das es auf die UNESCO-Welterbeliste geschafft hat. Dreimal dürfen Sie raten welches.

Belgisches Bier – Kultur zum Trinken

Rosa Merckx, 93 year old brewster of brewery Liefmans

In Flandern und Brüssel finden Sie auch immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe. Unsere Bierkultur ist der überschäumendste Spross dieser Familie. Tiefrot, Hellblond, intensiv Braun – Belgien bietet Gerstensaft von etwa 1500 Marken und mit ca. 700 Geschmacksprofilen. Sie kommen überall auf Ihre Kosten.

Aber unsere Bierkultur ist mehr als nur das Bier an sich. Sie bringt Menschen zusammen – tagein, tagaus. Zu Hause, auf Festen und Festivals, in Tausenden putzmunteren Kneipen.

Können Sie gar nicht genug von den UNESCO-Wundern in Flandern und Brüssel bekommen? Entdecken Sie dann auch diese sieben Perlen unseres Kulturerbes. Sie stehen noch nicht auf der Welterbeliste, hätten aber sicher einen Platz verdient.

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