Interior Cathedral of Our Lady Antwerp © Antwerpen Toerisme en Congres (Copyright always obligatory)

Wussten Sie schon, dass sieben Kulturerbestätten in Flandern und Brüssel auf der UNESCO-Welterbeliste stehen? Wussten Sie schon, dass die flämischen Meister im 15. bis 17. Jahrhundert Flandern zur Wiege der erlesensten Kunst in Westeuropa gemacht haben? Wie wäre es, beides miteinander zu kombinieren? Wie wäre es, Bruegel, Rubens und Van Eyck mit unseren einzigartigen wunderschönen Kulturerbestätten zu verknüpfen? Lesen Sie weiter, und finden Sie es heraus!

Rubens und das Museum Plantin-Moretus

Museum Plantin-Moretus Antwerp © Antwerpen Toerisme en Congres (copyright always obligatory)

Das Museum Plantin-Moretus im Herzen von Antwerpen ist eine Druckerei und ein Verlag aus dem 16. Jahrhundert. Die Mitglieder der Familie Plantin und Moretus waren die ersten Drucker im industriellen Maßstab und ihr ehemaliger Wohn- und Firmensitz bietet einen einzigartigen Einblick in Erfindung und Verbreitung der Typographie.

Wer Antwerpen sagt, sagt Peter Paul Rubens. Ab 1608 arbeitete dieser legendäre flämische Meister des Barocks eng mit Balthasar I. Moretus, einem Freund aus Kindertagen, zusammen. Rubens entwarf 24 Titelblätter, illustrierte Bücher und malte Porträts der Familie, die heute zur umfangreichen Sammlung des Museums gehören.

In Brügge: die Flämischen Primitiven

Van Eyck Studio © Historium Bruges (copyright always obligatory)

Im 15. Jahrhundert war Brügge eine blühende Handelsstadt. Mit der Unterstützung reicher Händler und der berühmten Burgunder-Dynastie wurde sie zu einem inspirativen Treffpunkt für zahlreiche Künstler, insbesondere die Flämischen Primitiven wie Jan van Eyck und Hans Memling.

Ihre Werke beeinflussten die Malstile in ganz Europa. Mehrere Ihrer Meisterwerke finden sich in Brügges Museen wieder, zum Beispiel dem Groeningenmuseum, dem St.-Jans-Spital, der St.-Salvator-Kathedrale und der Liebfrauenkirche.

Bruegel – in Brüssel zuhause

Grand Place Brussels © Visit Brussels (copyright always obligatory)

Wenn Sie nach Brüssel kommen, sollten Sie unbedingt den Grote Markt oder Grand Place besuchen, den der französische Schriftsteller Victor Hugo als einen der schönsten Plätze der Welt bezeichnet hat. Die meisten Gebäude stammen aus dem späten 17. Jahrhundert und zeigen eine interessante Kombination aus gotischer, barocker, neoklassischer und neogotischer Architektur. Der größte Blickfang ist das Rathaus mit seinem 96 m hohen Belfried.

Von 1562 bis 1569 wohnte der flämische Renaissance-Maler Pieter Bruegel der Ältere im Brüsseler Stadtzentrum. Seine legendären Meisterwerke „Winterlandschaft mit Eisläufern und Vogelfalle“ und „Sturz des Ikarus“ können Sie in den Königlichen Museen der Schönen Künste in Brüssel bewundern.

Van Eyck und die flämischen Beginenhöfe

A day in Bruges - Beguinage © Kris Jacobs

Im Mittelalter entwickelte Nordwesteuropa die Tradition der Beginenhöfe: Gebäudekomplexe, die Beginen als Wohnung dienten. Das waren fromme Frauen, die ihr Leben Gott widmeten und sich entschlossen, in Gemeinschaften zusammenzuwohnen. Die flämischen Beginenhöfe wurden in für die Kulturregion typischen Architekturstilen erbaut und bestehen aus Häusern, Kirchen, Nebengebäuden und Grünflächen. Noch heute sind die Beginenhöfe Orte einer unvergleichlichen Gelassenheit, ideal für einen ruhigen, entspannenden Spaziergang.

1448 zog Livinia Van Eyck, die Tochter Jan Van Eycks in einen Beginenhof in der Provinz Limburg, wo sie eine spirituelle Reise beendete, die in mehreren Manuskripten beschrieben wird.

Flämische Meister in der Liebfrauenkathedrale

Interior of Our Lady Cathedral Antwerp © www.milo-profi.be

Die UNESCO-Welterbeliste umfasst 26 Belfriede in Flandern. Ein Belfried ist ein Glockenturm. Er kann allein stehen oder Teil eines Rathauses, einer Kirche, einer Tuchhalle oder eines anderen öffentlichen Gebäudes sein. Er war der sicherste Ort der Stadt und beherbergte das Stadtarchiv, die städtische Schatzkammer und manchmal auch das Gefängnis.

Einer der Belfriede auf der Liste ist der Turm der Liebfrauenkathedrale in Antwerpen. Nicht nur die Kathedrale selbst ist eindrucksvoll und eine Reise wert, sie ist auch das Zuhause namhafter Kunstwerke. Etwa sechzehn Altarbilder wichtiger flämischer Meister des 16. und 17. Jahrhunderts können jetzt in der Liebfrauenkathedrale bewundert werden – der Kirche, für die sie ursprünglich gemalt worden sind.

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