Belgian Trappist and Abbey Beer ©www.milo-profi.be

Dies sind nicht unbedingt belgische Biersorten, sondern eher Klassifizierungen für Biere, die eine Verbindung zu einem religiösen Orden und gewisse Vorgaben einhalten. Die Biere können sehr unterschiedlich sein, aber meistens lassen sie sich drei Sorten zuordnen: blond (Blonde), dunkel (Dubbel) und dreifach (Tripel) Trappistenbier.

Trappistenbier

Westmalle © www.milo-profi.be

Trappist ist ein Eigenname des Ordens der Zisterzienser der strengen Observanz, auch „Trappisten“ genannt. Der Orden hat seinen Namen von La Trappe Abbey, aus der französischen Normandie. Es ist eine römisch-katholische Ordensgemeinschaft kontemplativer Mönche, die sich strikt an die Regeln des heiligen Benedikt halten. Viele der Regeln wurden gelockert, da sie im 6. Jahrhundert verfasst wurden. Aber das Grundprinzip, dass Klöster selbsttragend sein müssen, wird immer noch befolgt. Als Folge dieser Regel, produzieren die meisten Trappistenklöster eine breite Palette an Waren, die verkauft werden, um Einnahmen für das Kloster zu erbringen. Sie sind wahrscheinlich am bekanntesten für ihre – in der Bierwelt einzigartigen – Biere.

Es gibt zwölf Trappistenbrauereien weltweit, von denen sich sechs in Belgien befinden: Westmalle, Westvleteren, Achel, Chimay, Orval und Rochefort. Am sechseckigen Logo Authentic Trappist Product (www.trappist.be), welches garantiert, dass das Bier innerhalb oder in unmittelbarer Nähe der Mauern eines Trappistenklosters unter Aufsicht von Trappisten gebraut wurde, sind diese Biere leicht zu erkennen.

Die Brauerei hat innerhalb des Klosters eine untergeordnete Bedeutung und darf nicht zur Gewinnerzielung betrieben werden. Die Margen sind bei dieser Philosophie weniger wichtig und die Trappisten stehen nicht unter Druck, die Kosten reduzieren zu müssen. Sie können so die besten und teureren Zutaten verwenden, was wiederum Produkte von höchster Qualität garantiert. Das Hauptziel der Trappisten ist es, ihre Kosten zu decken. Zusätzliche Erlöse werden für wohltätige Zwecke gespendet. Daher ist das Trinken eines Trappistenbiers auch immer mit ein wenig Nächstenliebe verbunden (neben der Freude, die es selbst bietet).

Die Trappisten-Vereinigung verfügt über einen rechtlichen Status und das Logo gibt dem Verbraucher eine zusätzliche Garantie und Informationen über das Produkt. Der Name des Bieres sagt hingegen nichts über die jeweilige Biersorte aus. Die Vielzahl der Trappistenbiere in Belgien stellt dabei eine Besonderheit in der belgischen Bierkultur dar.

Abteibier

Averbode Abdij ©Averbodia

Abteibier ist auch ein Oberbegriff (bezeichnet also nicht nur eine bestimmte Biersorte) für Biere, bei denen sich der Markenname auf eine bestehende oder aufgelöste Norbertiner- oder Benediktinerabtei bezieht. Das Bier muss deshalb nicht innerhalb oder in der Nähe der Abtei gebraut worden sein, es muss aber eine nachweisbare und historische Verbindung zu der Abtei geben. Des Weiteren muss die Brauerei Lizenzgebühren an die entsprechende Abtei zahlen, sodass die Abtei auch die Marketing-Strategie und Werbematerialien kontrollieren kann.

Um zu garantieren, dass der Name "Abteibier" nicht für Marketing-Zwecke missbraucht wird, haben die Brauereien und Orden ein Echtheitszertifikat unter der Bezeichnung "Erkend Belgisch Abdijbier" (anerkanntes belgisches Abteibier) geschaffen. Mehr dazu finden Sie auf der Webseite www.belgianbrewers.be. Damit das Logo verwendet werden darf, müssen die Biere ein Mindestmaß an Bedingungen erfüllen. Das Echtheitszertifikat gibt es nur in Belgien und gilt somit auch nur für belgische Abteibiere.

Nebenbei ist es auch gut zu wissen, dass jedes Trappistenbier auch ein Abteibier ist, weil die Bedingungen für das Trappistenbier mit dem "Authentic Trappist Product Logo" strenger sind, als für ein Abteibier. Abteibiere müssen außerdem nicht in der Nähe eines von Mönchen bewohnten Klosters gebraut werden. Wie beim Trinken von Trappistenbieren ist auch das Trinken von Abteibieren sozusagen mit einer guten Tat verbunden, da die Lizenzgebühren der Brauerei kulturellen bzw. gemeinnützigen Projekten zu Gute kommen.

Dubbel und Tripel Bier

Diese Begriffe stammen noch aus dem Mittelalter und wurden bis heute nicht mehr verändert. Normales (gewöhnliches) Bier wurde mit dem Ausdruck 'einfach' umschrieben und wurde von den gewöhnlichen Arbeitern und Mönchen getrunken, die mit dem Bier zufrieden waren. Jedoch gab es auch damals schon Bevölkerungsgruppen, die mehr Geld besaßen und sich ein qualitativ besseres Bier wünschten. Um diesen Wunsch gerecht zu werden, entwickelten die Brauer ein kräftigeres Bier mit einem höheren Malzanteil.

Lieferanten und Kneipenbesitzer konnten zur damaligen Zeit oft weder lesen noch schreiben. Aus diesem Grund markierten die Brauereien ihre Fässer mit Kreuzen, dabei stand ein Kreuz für einfaches Bier, zwei Kreuze standen für kräftigeres Bier (Dubbel) und drei Kreuze bezeichneten schließlich das kräftigste Bier (Tripel).

Allerdings haben die Begriffe "einfach", "zweifach" und "dreifach", wie oftmals angenommen, nichts mit dem Hefezusatz oder Reifungsprozess des Bieres zu tun. Stattdessen hängt dies mit der Menge der verwendeten Rohstoffe Malz und Getreide zusammen: je größer die Menge dieser Zutaten desto kräftiger wird ein Bier. Ein "zweifaches" Bier ist somit vom Geschmack her kräftiger als ein "einfaches" Bier. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein "zweifaches" Bier genau doppelt so kräftig ist oder die doppelte Menge an Rohstoffen verwendet wird.

Eigentlich ist der Begriff "einfaches" Bier bereits in Vergessenheit geraten, dennoch verwenden einige Brauereien den Begriff "extra" um auf diese Weise den erfrischenden Effekt eines durstlöschenden Bieres erkennbar zu machen. Darüber hinaus haben einige Brauereien auch sogenannte "Quadrupelbiere" im Sortiment, die einen noch höheren Alkoholgehalt besitzen.

Heutzutage versteht man in der Regel unter einem "zweifachem" Bier (Dubbel) ein dunkles Bier und bei einem "dreifachem" Bier (Tripel) wiederum ein helles Bier, aber das ist dennoch keine fixe Regel. Die meisten Brauereien befolgen diesen "Farbcode" andere Brauereien hingegen nehmen das nicht so genau. Von diesem "Farbcode" ausgehend, wäre beispielsweise ein "Quadrupelbier" ein dunkles Bier.

Nehmen Sie sich nun ausreichend Zeit, die Abteien, ihre Umgebung sowie ihre leckeren Produkte zu erkunden und genießen.

Back to top