Belgian Beer Styles ©www.milo-profi.be

Bier wird traditionell auf Basis von Wasser, Gerste und Hopfen hergestellt. Manchmal wird diesen Zutaten noch etwas Weizen hinzugefügt, um dem Bier eine frisch-säuerliche Note zu verleihen.

Bierherstellung

Die Maische, die hieraus entsteht, wird mit einer Hefekultur geimpft, die zur Bildung von Alkohol und Kohlensäure führt. Die Eigenschaften der Hefekultur, die jede Brauerei perfektioniert hat, bestimmen – zusammen mit der Auswahl von Malz- und Hopfenvarianten – zu einem Teil die Biersorte, die man brauen möchte. Eventuell lässt man Biere noch in Holzfässern reifen oder in der Flasche nachgären. Dies ist in groben Zügen der klassische Brauprozess der meisten Biere.

Das i-Tüpfelchen

Diverse belgische Brauereien geben „frisches Getreide“ wie Reis und Mais hinzu, um einen gleichbleibenden Geschmack und Stabilität garantieren zu können. Eine ganz wichtige Zutat im Brauprozess ist der Hopfen, der dem Bier nicht nur seine Bitterkeit verleiht, sondern auch für eine bessere Haltbarkeit sorgt. Neben den klassischen Bitterhopfen setzen die belgischen Brauer immer mehr aromatische Hopfenvarianten ein, die typische, häufig fruchtige Aromen erzeugen. Um Biere weniger bitter zu machen, verwenden Lambic-Brauer überjährigen Hopfen.

Nach dem Vorbild der mittelalterlichen Rezepte mit „Grut“ werden außer Hopfen auch diverse Kräuter hinzugegeben, um bestimmten Bieren einen besonderen Geschmack zu verleihen. Koriander und Curaçao (getrocknete Orangenschalen) werden häufig eingesetzt, um Spezialbiere mit einer zitrusähnlichen Note zu versehen.

Bierarten

Biere und Biersorten werden nach der Art und Weise ihrer Gärung eingeteilt. Man unterscheidet vier Gärungsarten: Unter-, Ober-, Spontan- und Mischgärung.

Untergärige oder Pilsbiere sind am weitesten verbreitet. Der Begriff „Untergärung“ weist auf die niedrigen Temperaturen (zwischen 5 °C und 10 °C) hin, bei denen sich die Gärung vollzieht, und auf die Art der Hefe, die nach einiger Zeit auf den Boden sinkt. Untergärige Biere haben einen stabileren und gleichbleibenderen Geschmack.

Obergärung ist für die meisten Spezialbiere kennzeichnend. Die Gärung findet bei höheren Temperaturen (zwischen 15 °C und 25 °C) statt, und zum Ende hin steigen die vorhandenen Hefezellen an die Oberfläche. Leichte Geschmacksunterschiede zwischen den einzelnen Brauresultaten sind nicht ausgeschlossen. Die verwendete Hefekultur verleiht diesen Bieren zuweilen einen leicht fruchtigen und würzigen Charakter.

Zwei einzigartige – und typisch belgische – Biersorten sind die Biere aus spontaner und gemischter Gärung. Bei der Spontangärung setzt der Brauer der gehopften Lambic-Würze keine Hefekultur zu. Er bringt die gehopfte Würze vielmehr mit der kühlen Außenluft in Kontakt, wodurch die Gärung spontan in Gang kommt. Wiewohl diese Biere theoretisch überall gebraut werden können, findet man die am besten geeignete Mikroflora in der Luft im Südwesten von Brüssel.

Biere aus gemischter Gärung entstehen aus verschiedenen Hefekulturen. Das ursprüngliche Bier ist meistens obergärig. Von diesem wird ein Teil für anderthalb Jahre oder länger in Eichenfässern gereift. In diesem Zeitraum vollzieht sich eine milchsaure Gärung. Danach wird dieses Bier mit jungem obergärigen Bier gemischt.

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