Lace ©Michel Vaerewyck

In Flandern ist Spitze nicht nur ein Handwerk, sondern ein Teil des kulturellen Erbes der Region. Die Wurzeln der flämische Spitze reichen zurück bis ins 15. Jahrhundert. Und diese Wurzeln sind stark verankert dank zeitgenössischer Designer, die auch heutzutage noch wunderschöne Kreationen erstellen.

Es lebe die Spitze!

Um die Geschichte der Spitze zu erzählen, müssen wir rund 600 Jahre zurück gehen. Sehr viele belgische Künstler haben zu dieser Zeit mit künstlerischen Stoffen experimentiert. Am Anfang waren die wichtigsten Arten von Spitzen Klöppelspitzen (mit Hülsen) und Nadelspitze (mit Nadeln). In den folgenden Jahrhunderten kamen viele neue Variationen hinzu.

Anspruchsvolles Handwerk

Bobbin Lace ©Michel Vaerewijck
Im frühen 20. Jahrhundert gab es rund 47.000 Spitzenklöppler in Belgien. Rund 70 Prozent davon allein in Brügge, was zur Gründung der Brügger Klöppelschule im Jahre 1911 führte. Mädchen ab 14 lernten alles über Spitze und das Klöppeln, wurden aber auch in Religion, Arithmetik, Handel und Volkswirtschaftslehre unterrichtet. Sie erstellten Spitzenfransen für Damen- und Herrenbekleidung sowie ganze Taufkleider, besondere Kragen und Manschetten. Andere Spitzen-Kreationen wurden oft hinter Glas gerahmt. Die spätere Einführung von maschinengefertigten Spitzen, war aber lediglich eine günstige Alternative für die anspruchsvolle, traditionell hergestellte Spitze.

Erleben Sie Spitze

Making of lace with bobbins and needles - Kantcentrum Bruges

Reisen Sie nach Flandern und sind Sie daran interessiert, alles über Spitze zu lernen? Die Brügger Spitzen-Schule der Apostolischen Schwestern zog kürzlich in das brandneue Kantcentrum (Spitzencenter) um, was auch ein Museum beheimatet. "Anschauen, aber nicht anfassen?" Weit davon entfernt! Das neue Spitzenmuseum ist ein Hort der Interaktivität und Multimedia-Installationen. Sie können sogar einige Tricks des Handels lernen. Im Volkskunde-Museum, vor dem Spitzenzentrum, können Sie weitere Spitzen bewundern und mehr über die sozialen Bedingungen der Klöpplerinnen erfahren.

Die ideale kulturelle Ausflug in Brügge

Making of a flower in lace - Kantcentrum Bruges
Eine neue Spitzen-Tour durch Brügge wurde auch in Partnerschaft mit der Guides Association geschaffen. Offizielle Reiseführer führen Sie durch die Stadt, zeigen Ihnen die schönsten Plätze und erzählen Ihnen alles über die Geschichte der Spitze. Die Tour endet im neuen Spitzenmuseum. Übrigens, wussten Sie schon, dass das Spitzenzentrum auch kurze und längere Klöppelkurse, Spitzen-Workshops und Ausstellungen anbietet? Jeden Nachmittag können Sie auf der zweiten Etage Klöpplerinnen bei der Arbeit zusehen. Vielleicht sind Sie auch an einem Besuch des Museums für Kostüm und Spitze in Brüssel interessiert. Seit 1977 ist dies eine Art Schatzkammer für einen Großteil des belgischen Textilerbes, von geistlichen Gewändern und alten Acccesoires bis zu aufregenden, modernen Spitzen und Stickereien. Das Museum veranstaltet zudem viele Modemessen.

Dessous und Spitze

Klöppeln – ein Hobby für alte Damen? Nicht ganz! Warten Sie, bis Sie erst die eleganten und modernen Dessous von Sun Mae sehen. Inhaberin Nele Catrysse von Hamme ist eine in Belgien ansässige Designerin mit südkoreanischen Wurzeln, die fast ausschließlich mit edlen Materialien wie Spitze, Satin und feiner Stickerei arbeitet. Sie betreibt eine exklusive Dessous-Boutique und ein Atelier im historischen Herzen von Brügge, die definitiv einen Besuch wert sind! Veerle Praet ist ein Designerin von Brautkleidern, die viel mit Spitze arbeitet. Seit 2001 betreibt sie ihr eigenes Modehaus in Brügge und ist bekannt für ihren individuellen persönlichen Stil.

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