The Parable of the Blind - Pieter Bruegel the Elder - © Public Domain
Als ein Vertreter der flämischen Renaissance ist Pieter Bruegel der Ältere (um 1520-1569) bekannt für seine eigenwilligen Landschaften und Allegorien, die in der Folklore und biblischen bzw. klassischen Tradition verwurzelt sind.
Pieter Bruegel de Oude - ca. 1565 (self portrait)
Nachdem er in seiner frühen Schaffensperiode im Hintergrund geblieben ist, trat Bruegel ins Rampenlicht nachdem er sich in Antwerpen niedergelassen hatte, das damals als Brutstätte der europäischen Wiederbelebung von Wissenschaft und Kunst galt. Hier wurde er zum Maler und Grafiker ausgebildet, bevor er sich der Lukasgilde anschloss, einem Club von Meisterkünstlern, deren illustren Namen sich wie das Who is Who der flämischen Malerei liest: Peter Paul Rubens, Hans Memling sowie Bruegels zwei Söhne, Pieter Brueghel der Jüngere und Jan Brueghel.


Nach einem kurzen Gastspiel in Italien, zog Bruegel schließlich nach Brüssel, wo er weiterhin wie am Fließband Meisterwerke in seiner ikonischen Art herstellte: kraftvoll authentisch und dennoch symbolisch, tief in der lokalen Tradition eingebettet, aber in Bedeutung und Tragweite immer noch universal und das trotz des durchweg beliebten Ikonoklasmus' Bruegels, der oft an Hieronymus Bosch erinnert.

Die "Winterlandschaft mit Eisläufern und Vogelfalle" und der brillante "Sturz des Ikarus" im Museum der Schönen Künste in Brüssel sind perfekte Beispiele dafür und ein genauerer Blick lohnt sich. Beide Bilder sind auf ihre eigene Weise Vorahnungen des bevorstehenden Achtzigjährigen Krieges, der die Niederlande auseinanderriss und die von Bruegel scharf beobachtete Gesellschaft für immer veränderte.

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