Dieric Bouts in Flandern

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Dieric Bouts ist DER Künstler von Leuven. Dieser Vertreter der flämischen Primitiven wird in den wichtigsten Museen der westlichen Welt gezeigt, doch seine Heimat ist und bleibt Flandern. Entdecken Sie sein Werk in seiner Heimat Leuven oder auch in Brügge und Brüssel. Lernen Sie diesen Pionier der niederländischen Renaissance kennen.

Sint-Pieterskerk (Sankt-Peterskirche), Leuven

Dieric Bouts wurde in den nördlichen Niederlanden geboren, war aber in Leuven zu Hause. Hier verbrachte er die zweite Hälfte seines Lebens, gründete eine Familie und entwickelte sich zu dem Großmeister, den wir heute kennen. Bouts lebte in einem großen Haus in der Minderbroedersstraat. Nur einen Katzensprung entfernt können Sie in der stattlichen Sint-Pieterskerk zwei seiner Meisterwerke besichtigen. Das erste ist vielleicht sein wichtigstes Werk: Das letzte Abendmahl. In diesem faszinierenden Triptychon versetzte er Christus und die Apostel in seine eigene Welt: das Leuven des 15. Jahrhunderts. Durch diese frühe Verwendung der linearen Perspektive wird Bouts manchmal als erster Maler der niederländischen Renaissance bezeichnet.   

Auch sein zweites Meisterwerk in der Sankt-Peterskirche, Das Martyrium des Heiligen Erasmus, berührt jeden Betrachter zutiefst. Auf diesem besonderen Triptychon ergibt sich der heilige Erasmus seinem grausamen Schicksal mit scheinbar emotionslosem Gesichtsausdruck. Auch dies ist ein Beispiel für die charakteristische Zurückhaltung in allen Werken von Bouts. Der Vertreter der flämischen Primitiven dachte schon beim Malen dieser beiden Meisterwerke an die Sankt-Peterskirche. Nirgendwo auf der Welt kommen Sie dem Meister näher als hier.

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Museum M

Dieric Bouts war in Leuven zu Hause und wird dort bis heute entsprechend geehrt. Deshalb bemühte sich das Museum M Leuven 2019, ein weiteres Meisterwerk wieder nach Hause zu holen. So erwarb das Museum 2019 das Gemälde Christus mit Dornenkrone bei einer Auktion von Christie’s in New York. Dieses Gemälde von Christus mit einer Dornenkrone wurde um 1470 in Bouts’ Atelier gefertigt. Zur damaligen Zeit umgaben sich die Großmeister oft von Schülern und Helfern und wurden von diesen unterstützt. Das war auch bei Bouts der Fall. Die hohe Qualität dieses Gemäldes, von dem noch einige Kopien vorhanden sind, weist darauf hin, dass Bouts selbst daran mitarbeitete. Auch der Leidende Mann zeigt deutlich die Hand des Meisters.

KMSKB Brüssel

Werke von Dieric Bouts finden sich in den wichtigsten Museen Europas und der USA, so auch in den Königlichen Museen für Schöne Künste in Brüssel(KMSKB). Eines dieser Kunsthäuser widmet sich der Welt der alten Meister. Auch dort sind Werke von Bouts zu sehen. Eines der Werke trägt die Bezeichnung Die Gerechtigkeit von Kaiser Otto III. Es besteht aus zwei Teilen: Der Märtyrertod des unschuldigen Grafs und Die Feuerprobe. Das zweiteilige Gemälde erzählt die Geschichte des damaligen Kaisers des Heiligen Römischen Reiches und seiner Gemahlin. Letztere warf einem Grafen vor, sich ihr mit unwürdigen Absichten genähert zu haben. Der Graf wurde zum Tode verurteilt, aber das stellte sich als anschließend als ungerechtfertigt heraus. Das Eingreifen Gottes zeigte, dass die Anschuldigungen unberechtigt waren. So landete Ottos Gemahlin auf dem Scheiterhaufen. Diese berühmte Gerichtsszene ist im typischen zurückhaltenden Stil von Bouts dargestellt.

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Sint-Salvatorkathedraal (Sankt-Salvator-Kathedrale), Brügge

Auch in der Sint-Salvatorskathedraal im Herzen des historischen Brügge ist ein Meisterwerk von Bouts zu entdecken. Die Kathedrale ist die stolz darauf, das Gemälde Martyrium des heiligen Hippolytus zeigen zu dürfen. Dieses besondere Triptychon zeigt eine detaillierte Darstellung einer grausamen Szene: die Vierteilung des heiligen Hippolytus.   

Dieses Werk ist sowohl typisch für Bouts als auch gleichzeitig etwas ganz Besonderes. Die Perspektive wird auf besondere Weise genutzt und das Gemälde zeigt beinahe emotionslos ein erschreckendes Schauspiel. Diese Elemente ziehen sich wie ein roter Faden durch Bouts‘ Werk. Dennoch nimmt dieses Triptychon eine Außenseiterposition in seinem Gesamtwerk ein, da noch ein anderer Künstler daran mitarbeitete. Bouts selbst malte den zentralen und rechten Bereich, der linke Bereich stammt von einem anderen Großmeister: Hugo van der Goes, einem weiteren Vertreter der flämischen Primitiven. So ist in der Sint-Salvatorskahtedraal die meisterhafte Arbeit von zwei Großmeistern in einem einzigartigen Werk zu sehen. Ein einmaliges Kunstwerk!

Der weitaus größte Teil des Gesamtwerks von Dirk Bouts ist in den größten Kunstmuseen Europas und der USA ausgestellt. Doch nirgendwo lässt sich diesem Vertreter der flämischen Primitiven besser nachspüren als in seiner Heimat Leuven, in seinem Flandern.

Erlebe die flämischen Meister an ihren ursprünglichen Orten

Nieuwpoort, Vigor Boucquet, Oordeel van Cambyses, (c) Dominique provost

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