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Auf bald und passen Sie gut auf sich auf.
Ihr Team von VISITFLANDERS.

(c) Sint-Baafskathedraal Gent, www.lukasweb.be - Art in Blanders, foto Dominique Provost

Einer der größten Kunstschätze der Welt steht verborgen mitten in der geschäftigen Stadt Gent: die Anbetung des Lamm Gottes der Gebrüder van Eyck, auch als der Genter Altar bekannt. Nach einer gründlichen Restaurierung ist er nun wieder zu Hause. Endlich. Das nagelneue Besucherzentrum in der St.-Bavo-Kathedrale lüftet die Geheimnisse dieses Meisterwerks.

Die göttlichen Farben kehren in die St.-Bavo-Kathedrale zurück

Im Jahr 1432 wurde in Gent Kunstgeschichte geschrieben. In der markanten St.-Bavo-Kathedrale wurde der Welt ein Opus magnum präsentiert: die Anbetung des Lamm Gottes von Jan van Eyck und seinem Bruder Hubert. Ein monumentales Werk aus zwölf Tafeln, die jede eine Bibelszene darstellen. Das gewählte Material: Ölfarbe – etwas, als dessen Pionier van Eyck angesehen wird. Er mag diese Maltechnik nicht erfunden haben, hat sie jedoch ganz gewiss perfektioniert. Der Flämische Meister trug mehrere halb transparente Schichten übereinander auf und arbeitete sich so von hellen zu dunkleren Tönen vor. Das Ergebnis: ein noch nie da gewesenes Gefühl von Tiefe und Perspektive in diesem Meisterwerk.

Auge fürs Detail, technisches Können und ein überwältigender Einsatz von Farbe machen Jan van Eyck zu einer Galionsfigur der Kunst: international, aber natürlich auch in Flandern. Gemeinsam mit seinen Kollegen, dem großartigen Pieter Bruegel und dem barocken Großmeister Peter Paul Rubens, bildet er das künstlerische Triumvirat der Flämischen Meister. Auch wenn sie einander nie begegnet sind – schließlich lebten sie in verschiedenen Epochen –, hob das Trio die Kunst doch auf eine höhere Ebene.

Ghent Altarpiece Lam Gods - (c) Art in Flanders, foto Cedric Verhelst

Eine bewegte Geschichte

Die Flämischen Meister schenkten der Welt ein außergewöhnliches Oeuvre randvoll mit Highlights, die die Zeiten mit Glanz und Gloria überdauern. Der Genter Altar ist ein anschauliches Beispiel dafür: ein Werk auf höchstem künstlerischem Niveau, das auch Interesse weckt. Einerseits unter den Kunstliebhabern, und andererseits unter denen mit weniger edlen Absichten. Im Jahre 1794 verließ das Lamm Gottes die St.-Bavo-Kathedrale zum ersten Mal (teilweise). Französische Soldaten nahmen die mittleren Tafeln nach Paris mit. Erst 1815, nach dem Fall Napoleons, würden diese nach Gent zurückkehren.

Dies war der Beginn einer bewegten Geschichte. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anbetung des Lamm Gottes sieben Mal aus der Kathedrale gestohlen oder entfernt. Der Altar ist eines der am häufigsten gestohlenen Gemälde der Kunstgeschichte. Die Narben trägt der Genter Altar noch heute. Im Jahr 1934 wurden zwei Seitentafeln gestohlen, und nur eine wurde wiedergefunden. Die Tafel mit den Gerechten Richtern bleibt verschwunden.

Unter den Augen der Öffentlichkeit restauriert

Im Jahr 2012 wurde diese bemerkenswerte Geschichte um ein neues Kapitel erweitert, allerdings eines mit wesentlich erfreulicheren Konsequenzen. Die Zeit für eine gründliche Restaurierung war gekommen. Ein Team führender Experten machte sich mit der Geduld Hiobs ans Werk. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes unter den Augen der Öffentlichkeit. Die Besucher konnten alles durch das Fenster in der Werkstatt im Museum für Schöne Künste Gent verfolgen. Ein gewaltiges Unterfangen, jedoch eines – so würde sich herausstellen –, das den Aufwand mehr als gelohnt hat. Fast ein Jahrzehnt später hat das Werk jetzt seine ursprüngliche Grandeur zurückerhalten.

Museum of Fine Arts Ghent

Wieder zu Hause, aber in einer neuen Umgebung

Der Genter Altar konnte schließlich nach Hause zurückkehren. Und sein natürliches Habitat war in der Zwischenzeit neu hergerichtet worden. Dieses Meisterwerk war seit 1985 an einem recht beengten Standort in der Kathedrale ausgestellt worden. Ein Standort, der der jahrhundertealten Pracht dieses Altaraufsatzes nicht gerecht wurde. Das musste sich ändern. Daher wurde eine Kapelle in der Apsis der Kathedrale in das neue Zuhause für das Lamm Gottes verwandelt, und in der Krypta der imposanten Kathedrale wurde ein nagelneues Besucherzentrum eingerichtet.

Dort können Sie in der Krypta der Kathedrale mithilfe einer Augmented-Reality-Brille in die ferne Vergangenheit zurückreisen und Zeuge der bewegten Geschichte des Genter Altars und der Kathedrale sein, als ob Sie selbst dabei wären. Sowohl das Meisterwerk als auch das imposante Gebäude werden bis ins kleinste Detail zum Leben erweckt. Kommen Sie her und erleben Sie das größte Mysterium. Egal ob Sie eingefleischte Kunstfans oder auf einem Familienausflug sind: Das Besucherzentrum des Genter Altars heißt Sie alle willkommen und bereitet Sie darauf vor, das Opus magnum in seiner ganzen Pracht in der Sakramentskapelle der Kathedrale zu entdecken.

St. Bavo´s Cathedral & Visitor Center - (c) Sint-Baafskathedraal Gent, Art in Flanders, foto Bas Bogaerts
Das Lamm Gottes ist nach Hause zurückgekehrt: in seine ureigene St.-Bavo-Kathedrale im Herzen der Stadt. Der Genter Altar lebt. Lang lebe der Genter Altar.
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