Liebe Flandern Freunde, Liebe Besucher,

um die Sicherheit von Einheimischen wie auch Besuchern zu gewährleisten und die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, hat die belgische Regierung entsprechende Maßnahmen ergriffen.
Die aktuellen Informationen dazu finden Sie hier:

COVID-19 | Informationen über Maßnahmen und Einschränkungen in Belgien
Deutschland – Auswärtiges Amt
Österreich - Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten

Vom 1. August an muss jeder, der für mehr als 48 Stunden nach Belgien einreisen möchte, innerhalb von 48 Stunden vor der Ankunft ein Einreiseformular ausfüllen.

Wir freuen uns darauf, Sie so bald wie möglich wieder mit der gewohnten Gastfreundschaft in Flandern begrüßen zu können.

Auf bald und passen Sie gut auf sich auf.
Ihr Team von VISITFLANDERS.

Antwerp (c) Antwerpen Toerisme & Congres

aus der Sicht von Bart Van Loo, Autor von Burgund: das verschwundene Reich

Antwerpen

Cathedral of our lady (c) Antwerpen Toerisme & congres

1. Liebfrauenkathedrale

Ende des 15 Jahrhunderts versandete das Zwin allmählich und unwiderruflich. Das reiche Brügge verlor damit nach und nach seinen direkten Zugang zum Meer. Was von der Natur längst in Gang gesetzt worden war, sollte durch die politischen Entwicklungen besiegelt werden. Nach einem blutigen Bürgerkrieg, aus dem Maximilian von Österreich (Gemahl der früh verstorbenen Maria von Burgund) als Sieger hervorging, rief dieser als Akt der Vergeltung die Händler aus aller Welt auf, die Stadt zu verlassen und sich in Antwerpen niederzulassen. Das war Brügges Todesstoß, auch was die Einwohnerzahlen anging. In Brügge sollten nie mehr als 50.000 Einwohner leben, während Antwerpen im Laufe des 16. Jahrhunderts souverän die magische Grenze von 100.000 Einwohnern erreichte. Der Erfolg der Stadt an der Schelde erhielt ein Aufsehen erregendes Aushängeschild. Als einzige Stadt der Niederen Lande gelang es Antwerpen wenigstens einen der Türme seines monumentalen gotischen Kirchengebäudes fertigzustellen. Der Turm zählte mit seinen 123 Metern zu den höchsten Gebäuden in ganz Europa. Seit ihrer Fertigstellung im Jahr 1521 zählt die Liebfrauenkathedrale zu Antwerpen – erst 1559 zur Kathedrale erhoben – zu den triumphalen und atemberaubenden Höhepunkten der Brabanter Gotik und zu den Glanzlichtern der Geschichte der Niederen Lande. 

Zu den Besonderheiten der Liebfrauenkathedrale gehört auch, dass dort bis heute eines der größten Meisterwerke von Peter Paul Rubens zu bewundern ist. Die Kathedrale zieht damit gleich mit der Genter St.-Bavo-Kathedrale, wo Jan van Eycks Lamm Gotteszu sehen ist. Selten bekommt man heute noch Kunstwerke am Ort ihrer Erschaffung zu Gesicht. Besonders daher Rubens’ Kreuzabnahme, mit der Rubens 1611 beauftragt wurde und die bis heute in der Liebfrauenkathedrale zu sehen ist. Sehenswert auch die Statue auf dem Groenplaats, die die Stadt Antwerpen dem Maler 1840 widmete. Auf dem Stück Papier, das der Maler dort bei sich trägt, ist bei genauerem Hinsehen eine Skizze seiner berühmten Kreuzabnahme zu entdecken. 

Auch interessant: 2021 soll das bronzene Grabmal von Isabelle von Bourbon in die Kathedrale zurückkehren. Derzeit ist es im Museum M in Leuven ausgestellt. Sie war die zweite Gemahlin von Karl dem Kühnen und Mutter von Maria von Burgund. Ihr Grabmal wurde während des Bildersturms beschädigt. Die zum Grabmal gehörenden Trauerfiguren verschwanden, zehn tauchten aber später wieder auf. Heute sind sie im Rijksmuseum zu Amsterdam ausgestellt. 

© BVL

Groenplaats 21, 2000 Antwerpen
Mo.-Fr. 10 bis 17 Uhr, Sa. 10 bis 15 Uhr, So. 13 bis 17 Uhr
Kostenpflichtig
www.dekathedraal.be/de

Museum Mayer van den Bergh, Antwerp (c) Antwerpen Tourisme en Congres

2. KMSKA / Mayer van den Bergh

Zuerst die schlechten Nachrichten: Es wird noch eine Weile dauern, bis das Königliche Museum der Schönen Künste Antwerpen (KMSKA) seine Türen wieder öffnet. Derzeit ist es wegen umfassender Restaurationsarbeiten geschlossen. Hier die guten Nachrichten: Viele der dort beherbergten berühmten Werke aus dem 15. Jahrhundert sind vorübergehend im Museum Mayer van den Bergh zu sehen. Und obendrein sind dort einige der schönsten Meisterwerke aus dem 16. Jahrhundert zu bewundern. Ein absolutes Must-see. 

Zuallererst machen wir Halt am Porträt Philipps von Croÿ (etwa 1460) des Malers Rogier van der Weyden. Der langnasige Croÿ, Edelmann am burgundischen Hof, war eng verwickelt in die legendäre Fehde zwischen Philipp dem Guten und Karl dem Kühnen. Porträtiert ist er hier aber als Ausbund an Frieden und Versöhnung. Mitschuld an dem Zwist trug er tatsächlich keine. Nun aber zu zwei berühmten Frauendarstellungen: einer sinnlichen Madonna und einem wilden Mannsweib.  

Es ist das Highlight des KMSKA, die Madonna und Jesus, umringt von Serafim und Cherubim (1454-56) von Jean Fouquet, französischer Hofmaler und Erschaffer des eindringlichen Porträts von Karl VII., der von Jeanne d’Arc gerettet wurde und Zeit seines Lebens im Zerwürfnis mit Philipp dem Guten stand. Die Darstellung aus dem 15. Jahrhundert zeigt Maria mit unterwürfig nach unten gerichtetem Blick, umgeben von roten Engeln, gehüllt in blau-weiße Gewänder, aus denen ihre entblößte Brust hervorquillt. Über 550 Jahre alt ist das Gemälde und in Stil und Inspiration unübersehbar mittelalterlich, Fouquets Farbgebung hingegen ist überraschend modern. Sicherlich ein Bild, an dem man sich nicht sattsehen kann. 

Museum Mayer van den Bergh

Schließlich fällt das Auge auf ein Werk von Pieter Bruegel dem Älteren, das der Kunstsammler Fritz Mayer van den Bergh im Jahr 1894 für bescheidene 488 alte Belgische Franken erwarb. Heute ist es, ebenso wie die anderen hier genannten Werke, unbezahlbar. Die Tolle Grete (1563) ist ein in der Kunstszene bis heute viel beschriebenes Objekt. Der Betrachter wird hineingezogen in die Schar der Figuren und Dämonen und geblendet von Bruegels Vorstellungskraft, dem Höllenfeuer und der Gewalt der Habsucht. 

Lange Gasthuisstraat 19, 2000 Antwerpen
Di.-So. 10 bis 17 Uhr
Kostenpflichtig
www.museummayervandenbergh.be/de
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