Jenny Montigny

(c) Martin Corlazzoli - COR00462 De Begonia's Jenny Montigny MSK Gent
(c) Martin Corlazzoli - COR00462 De Begonia's Jenny Montigny MSK Gent
Jenny Montigny (1875–1937) malt mit der Kraft des Lichts. Innerhalb des Luminismus ist ihr Oeuvre überraschend und eigenwillig. Du kannst es heute in Antwerpen, Gent, Brüssel und im Künstlerdorf Deurle bewundern.

Eigenwilliges Genie aus Gent

Jenny Montigny wird in die Genter Bourgeoisie hineingeboren. Ihr Vater ist Rechtsanwalt und Professor, ihre Mutter entstammt einer Textilfamilie. Jenny beschließt, einen anderen Weg einzuschlagen. Ein Museumsbesuch lenkt ihr Leben in eine andere Richtung. Beim Anblick des Gemäldes Die Eisvögel von Emile Claus beschließt sie, ihr Leben der Kunst zu widmen. 

Zaalzicht  met o. a. Jenny Montigny, Moeder en kind, 1920-1926. Collectie Museum Dhont-Dhaenens. Foto Rik Vannevel
Saalansicht mit u. a. Mutter und Kind von Jenny Montigny, 1920–1926. Sammlung Museum Dhont-Dhaenens.

Ein künstlerisches Leben in Deurle

Im Sommer 1895 beginnt sie ihren eingeschlagenen Weg. Sie nimmt Malunterricht unter freiem Himmel bei Emile Claus in der Villa Zonneschijn im kleinen Ort Astene. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zieht sie in das Künstlerdorf Deurle, wo sie ein Haus mit Atelier bauen lässt. So entwickelt sich Montigny zu einer hervorragenden Malerin, Pastellmalerin, Zeichnerin und Radiererin. Außerdem schließt sie sich Vie et Lumière an, einer Vereinigung von Malern, die das Licht in den Mittelpunkt stellen: die Luministen.    

In diesem Rahmen entwickelt Montigny einen ganz eigenen Stil. Sie malt das Landleben an der Leie, intime Interieurs, Mutterschaft und Kindheit. Während des Ersten Weltkriegs wohnt sie in London. Dort erkundet sie andere Themen. Sie zeigt das gesellschaftliche Leben in üppigen Parks und porträtiert verwundete belgische Soldaten. Nach dem Krieg kehrt sie nach Deurle zurück. Die Krönung ihrer Karriere folgt 1922: eine erste Retrospektive in ihrer Heimatstadt Gent. 

Jenny Montigny [1875-1937], De speelplaats, Koninklijke Musea voor Schone Kunsten van België, Brussel, foto Guy Cussac, Brussel
Jenny Montigny [1875-1937], De speelplaats, Koninklijke Musea voor Schone Kunsten van België, Brussel, foto Guy Cussac, Brussel

Jenny Montigny in Flandern

Das umfangreiche Werk von Jenny Montigny kann man in ganz Flandern entdecken.  

  • Das Museum Dhondt-Dhaenens im Künstlerdorf Deurle besitzt zwei ihrer Werke: Die Schule und Mutter und Kind. Diese tauchen gelegentlich in Wechselausstellungen auf. Auf dem Friedhof St. Aldegondis in der Dorpsstraat kannst du das Grab von Jenny Montigny besuchen. In der Philippe de Dentergemlaan liegt die St.-Josefsschule, die sie zu ihren Schulszenen inspiriert hat. 

Nie weit weg ... 

Flämische Meisterwerke genießen Weltruhm. Manche Meisterwerke reisen vorübergehend über die Grenzen, um in renommierten ausländischen Museen ausgestellt zu werden. Oder sie reisen durch Flandern. Wie auch immer, es gibt in Flandern immer eine Fülle von Meisterwerken zu entdecken: in unseren Museen, Städten und Kulturstätten. Hier lebten und arbeiteten die flämischen Meisterinnen und Meister, hier fanden sie die Inspiration für ihre Werke. 

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