Richard entdeckt Mode und (Street-)Art in Gent und Antwerpen

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Eine barrierefreie Reise durch Flandern

Im Herbst 2026 haben wir in Flandern eine Reihe von Reisenden mit Behinderung begrüßt. Auf ihren Social-Media-Kanälen berichten sie von ihrer barrierefreien Reise nach Flandern. Zunächst lernten sie die Selfie-for-all-Stellen kennen. Diese taktilen Fliesen versetzen blinde und sehbehinderte Menschen in die ideale Position für ein Traum-Selfie. In diesem Artikel erfährst du mehr über Richards Abenteuer rund um Mode, Kunst und Urban Culture in Antwerpen und Gent.

Wer ist Richard?

  • @bionicsneakers 
  • Paris 🇫🇷 
  • Oberschenkelamputierter 
  • Content Creator mit einer Vorliebe für Urban Culture 
  • Leidenschaft für Mode und Design 
  • Reist meist allein 
Selfie von einem lächelnden Mann mit Brille und Kappe, mit Graffiti im Hintergrund.

Ein stilvoller Auftakt im MoMu Antwerpen

Richard ist ein Mann mit Stil. Das sieht man sofort auf seinem Insta-Profil. Seine Behinderung ist Teil seines Looks. Seine Beinprothese trägt er selbstbewusst zur kurzen Hose: mal glänzend schwarz, mal mit auffälligem Muster. Und wo beginnt ein stilbewusster Mann seinen Besuch in Antwerpen? Im ModeMuseum (MoMu) natürlich. Richard schaute sich die Ausstellung über die Antwerp Six ganz genau an. Diese sechs Designer:innen stellten in den 1980er-Jahren die Modewelt auf den Kopf. Hier entdeckst du ihre Geschichte. „Ich konnte ihre Kreationen aus nächster Nähe betrachten. Sie haben alle ihren eigenen Stil, aber jede und jeder von ihnen hat die Mode geprägt“, erzählt Richard. Der Besuch ist spannend und zugleich barrierefrei. „Wo nötig, gibt es Aufzüge und Rollstuhlrampen. Auch im Rest der Stadt kam ich gut zurecht. Die Gehwege in Antwerpen sind angenehm.“

Ausstellung mit Schaufensterpuppen: links bunte Outfits, rechts schwarzes Abendkleid zwischen kunstvollen Figuren.
Schwarze Wand mit großem weißen Text "THE SIX" und "ANTWERP", mit mehreren Texttafeln darunter.

Der besondere Skulpturenpark Singelberg und das Graffiti-Geisterdorf Doel

Die stilvolle Reise führt Richard durch zwei angesagte Städte: Antwerpen und Gent. Genau dazwischen besucht er ein weiteres Juwel: den Skulpturenpark Singelberg. Dieses Freilichtmuseum erstreckt sich über eine weitläufige Landschaft zwischen der Schelde und dem Hafen von Antwerpen. Guide Jan führt Richard zu Werken zeitgenössischer (flämischer) Meister wie Wim Delvoye und Jan Fabre. Schon die Fahrt zum Skulpturenpark ist ein Genuss. DeWaterbus holt Richard mitten in Antwerpen ab und bringt ihn über die Schelde zum Skulpturenpark. Gleich danach macht sich Richard auf den Weg zu einer weiteren, ganz besonderen Station. Das „Geisterdorf“ Doel ist seit Jahren verlassen. Dort schlendert man durch ein gespenstisches Niemandsland voller Graffiti. Cool!  

Große Drahtskulptur einer hockenden menschlichen Figur auf Kies in einem Park.

Eine farbenfrohe Begegnung mit Gent

Richards Lust auf Street-Art ist noch lange nicht gestillt. Zum Glück findet er in Gent reichlich davon. Diese Stadt ist eines der bestgehüteten Geheimnisse Europas. Hier erwartet dich eine historische und zugleich lebendige Stadt. Du kannst sowohl das berühmte Meisterwerk Genter Altar als auch beeindruckende Street-Art bewundern. Richard entscheidet sich für Letzteres. Die Werregarenstraat ist eine offene Leinwand für junge Künstler:innen. Ein Ort, der auf deinen Social-Media-Kanälen garantiert gut ankommt. Blinde und sehbehinderte Besucher:innen bekommen dabei Unterstützung von Selfie for All. So heißen die taktilen Bodenplatten, die man mittlerweile an verschiedenen Orten in Flandern findet. Die Bodenplatte zeigt, wo du für ein perfektes Selfie stehen solltest. Bitte lächeln! 

Wandgemälde eines Mädchens mit roter Mütze, das ein Vögelchen hält, mit Fahrrädern davor und Bäumen neben der Mauer.

Alltäglich, aber außergewöhnlich: Huis van Alijn

Manche Museen widmen sich großer Kunst oder großen historischen Ereignissen, andere nehmen die kleinen Dinge in den Blick. Von der Graffiti-Gasse spaziert Richard gemütlich zum Huis van Alijn, dem Museum des Alltagslebens. Es zeigt, wie die „gewöhnlichen“ Rituale, Bräuche und Traditionen das Leben im 20. Jahrhundert geprägt haben. Eine Fülle von Objekten, Bildern und Tonaufnahmen lässt dich in Erinnerungen schwelgen. Das kann jeder Mensch genießen. Bist du pflegebedürftig? Reagierst du empfindlich auf Reize? Benötigst du bestimmte Unterstützung? Das Huis van Alijn setzt alles daran, dir einen wunderbaren Besuch zu ermöglichen. 

Huis van Alijn hr-19118_© Kris Jacobs
Gruppe Schulkinder läuft durch einen gepflasterten Innenhof mit alten weiß getünchten Häusern und roten Türen.

Richard blickt zurück

„Flandern war eine wunderbare Entdeckung. Ich kann es kaum erwarten, zurückzukehren und weitere Städte und Regionen zu entdecken. Besonders in Erinnerung bleibt mir, wie herzlich die Menschen sind. Es ist kein Mythos, dass Belgier:innen freundlicher sind als Französ:innen (lacht). Das habe ich auch bei den verschiedenen Guides gespürt, die mir Flandern gezeigt haben. Sie tun das nicht nur, weil es ihr Beruf ist, sondern weil sie diese Orte lieben.“  

„Was die Barrierefreiheit angeht, hatte ich keine wirklichen Probleme. Ich mache alles in meinem eigenen Tempo und benutze beim Gehen meinen Stock. Hier ist alles viel besser organisiert als an den meisten Orten in Europa, die ich besucht habe – sowohl in den Museen als auch in den Städten selbst.“ 

Lerne Richard besser kennen

  • Was genießt du im Urlaub besonders? 
    „Ich liebe unerwartete Begegnungen und das Entdecken neuer Kulturen.“ 
  • Was nimmst du IMMER mit in den Urlaub? 
    „Meine Kamera und meinen Gehstock für lange Entdeckungstouren.“
  • Was magst du im Urlaub überhaupt nicht? 
    „Schlechtes Wetter ist nie angenehm.“
  • Was ist dein flämisches Lieblingsgericht? 
    „Flämische Karbonade ist wirklich lecker, ich liebe es!“
  • Was gibt dir auf Reisen das Gefühl, wirklich willkommen zu sein? 
     Der erste Empfang. Ob im Taxi, im Hotel oder sogar bei der Zollkontrolle am Flughafen.“    

Wir empfingen Richard mit offenen Armen. Er erlebte einen anregenden Besuch, der auch für uns sehr lehrreich war. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, Flandern so barrierefrei wie möglich zu gestalten. Hast du Anmerkungen, Vorschläge oder Tipps? Lass es uns wissen über toegankelijk@toerismevlaanderen.be.  

Praktische Informationen zu Richards Reise

Füße auf einem runden Selfiepunkt mit buntem NaviLens-Code und Text #SelfieForAll auf dem Gehweg.

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