Lucy und Blindenhund Molly erkunden Mechelen und Antwerpen

Frau lacht beim Telefonieren in einem Laden mit Holztheke, Vintage-Postern und einem alten Wählscheibentelefon.

Eine barrierefreie Reise durch Flandern

Im Herbst 2026 haben wir in Flandern eine Reihe von Reisenden mit Behinderung empfangen. Auf ihren Social-Media-Kanälen berichten sie von ihrer barrierefreien Reise nach Flandern. Zunächst lernten sie die Selfie-for-all-Stellen kennen. Diese taktilen Fliesen versetzen blinde und sehbehinderte Menschen in die ideale Position für ein Traum-Selfie. In diesem Artikel erfährst du mehr über den Besuch von Lucy und Blindenhund Molly in Mechelen und Antwerpen.

Wer ist Lucy?

  • @lucyedwardsofficial
  • #blindnotbroken
  • Vereinigtes Königreich
  • Content Creator und Medienpersönlichkeit
  • Aktivistin für Menschen mit Behinderung
  • Feste Reisebegleiter: Ehemann Ollie und Blindenhund Molly
Sitzende Frau mit roten Haaren lächelt und hält ein Trinkglas in einem Patio mit gelben Fensterrahmen.

Ein Selfie for all auf dem Grote Markt in Mechelen

Lucy, Ollie und Molly beginnen ihre Reise in Mechelen, einer historischen Stadt voller Kulturschätze. Wer hier herumschlendert, landet schnell auf dem zentralen Platz: dem Grote Markt. Dort findest du das jahrhundertealte Rathaus, den ikonischen St.-Romboutsturm und seit Kurzem auch eine Selfie-for-all-Fliese. Es war eine schöne Erfahrung, erzählt Lucy in ihrer Instagram-Story. „Die Leute denken immer, dass blinde Menschen nicht an Selfies interessiert sind. Das ist völlig falsch. Ich war sehr froh, dass Miss Molly und ich das gemeinsam machen konnten.“ 

Die Selfie-Platte hat einen Navilens-Code auf dem Boden. Richte dein Smartphone aus einigen Metern Entfernung auf den Boden, um den Code zu finden. Zeigt die App an, dass du dich in etwa 1 Meter Entfernung befindest? Dann bist du vielleicht schon da, denn der Abstand deines Smartphones zum Boden zählt mit. Stelle dich auf die Fußabdrücke. Die Position fühlt sich an wie ein großes T: ein horizontaler Strich vor deinen Füßen und ein vertikaler dazwischen. Die Sehenswürdigkeit befindet sich jetzt hinter dir.

Streifzug durch die burgundische Zeit im Museum Hof van Busleyden

Im Garten des stattlichen Museums Hof van Busleyden findest du übrigens noch so eine Fliese für ein Traum-Selfie. Im Museum selbst erfährst du alles über die Geschichte der Burgunder und ihren Einfluss auf die Welt. Unterwegs begegnest du bemerkenswerten Mechelnern: dem Gastgeber Hieronymus von Busleyden, der Grande Dame Margarete von Österreich, den sittsamen Spitalschwestern und vielen anderen. Dank einer Führung mit Audiodeskription kann Lucy dieses Museum ganz in ihrem eigenen Tempo erkunden. „Auch das Tastbuch, das mir alle Gebäude in der Umgebung gezeigt hat, ist richtig cool.“ 

Hof van Busleyden Mechelen_© Pleun Samuels (5)
Sonnenlicht fällt durch einen Arkadengang in Richtung Innenhof und Backsteingebäude, mit Bäumen und einem Fahrrad.

„Wenn diese Mauern sprechen könnten“ – ein Hörspaziergang voller Geschichten in Mechelen

Nach dem Besuch im Museum Hof van Busleyden taucht Lucy noch etwas tiefer in die burgundische Zeit ein. Dafür folgt sie dem Hörspaziergang „Wenn diese Mauern sprechen könnten“. Bewaffnet mit einem antik anmutenden Hörrohr spaziert sie durch die Stadt. So fängt sie Gespräche aus längst vergangenen Zeiten ein. Persönlichkeiten, Arbeiter und Gefangene aus der burgundischen Epoche erzählen vom Alltag, von Intrigen und Ereignissen, die Mechelen zu der Stadt gemacht haben, die es heute ist. Unter der Leitung des mittelalterlichen Baumeisters Antoon I. Keldermans unternimmst du einen Rundgang zu den schönsten historischen Orten der Stadt. Das Tastbuch, das dir alle Gebäude in der Umgebung zeigt, ist das Sahnehäubchen. 

Person unter Steinbögen, hält einen Holzstock, mit einem Assistenzhund an der Leine in einem Kreuzgang.

Belgische Schokolade, ein köstliches Abenteuer in Chocolate Nation Antwerpen

Nach Mechelen reist Lucy mit ihrer Begleitung weiter nach Antwerpen. Dort erwartet sie eine historische Metropole mit Flair. Ihr Besuch beginnt in Chocolate Nation. Das ist das größte Museum der Welt, das der belgischen Schokolade gewidmet ist. Im Rahmen eines interaktiven Abenteuers entdeckst du die Geschichte dieser Delikatesse. Du folgst der Kakaobohne von den Plantagen am Äquator bis in den Hafen von Antwerpen. Natürlich darf auch eine Kostprobe nicht fehlen. „Es ist großartig, die verschiedenen Sorten belgischer Schokolade zu probieren. Miss Molly bekommt natürlich nichts davon, denn das könnte gefährlich für sie sein. Die Leute von Chocolate Nation putzen sogar extra den Boden, damit sie auch sicher keine Reste findet.“ 

Frau im Schokoladenladen telefoniert und hält einen Assistenzhund an der Leine auf schwarz-weißem Fliesenboden.

Eine modische Entdeckungstour im Modemuseum Antwerpen

Antwerpen ist eine pulsierende Stadt und eine derModemetropolen Europas. In der Nationalestraat und ihrer Umgebung schlenderst du an den angesagtesten Boutiquen vorbei. Im Modemuseum (MoMu) tauchst du in die Geschichte der zeitgenössischen belgischen Mode ein. In einem stattlichen und barrierefreien Gebäude kannst du bezaubernde Kreationen bestaunen. Für Lucy wird es ein für sie maßgeschneiderter Tastbesuch. „In der MoMu-Bibliothek darf ich herrliche Stoffe anfassen. Ich lebe meinen Fashion Dream.“ 

Zwei Frauen betrachten zusammen Teile in einer offenen Schachtel auf einem Tisch in einem Büroraum.

Zu Besuch bei den Großmeistern im KMSKA

Dieser Besuch in Antwerpen endet im Königlichen Museum für Schöne Künste (KMSKA). Ein Halt, der Eindruck macht: Dies ist ein Kunsttempel ohnegleichen. Hier stehst du Auge in Auge mit meterhohen Meisterwerken von Peter Paul Rubens, entdeckst die weltweit größte James-Ensor-Sammlung und vieles mehr. Blinde und sehbehinderte Besucher werden hier von Radio Bart durch das Museum geführt. Unter diesem Namen lauschst du den sorgfältigen Beschreibungen der Kunstwerke durch sehende Besucher. Mit diesen Stimmen im Ohr ziehst du durch das Museum. „Wenn du jemals in Antwerpen bist, musst du das machen. Durch diese Beschreibungen nimmst du Details wahr, die dir sonst nie auffallen würden. Eine unvergessliche Erfahrung.“ 

Besucherin berührt eine weiße Büste in einem Museumsraum, während ein Mann daneben gestikuliert.

Wir haben Lucy, Molly und Ollie mit offenen Armen empfangen. Sie hatte einen schönen Besuch, für uns war es eine besonders lehrreiche Erfahrung. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, Flandern so barrierefrei wie möglich zu gestalten. Hast du Anmerkungen, Vorschläge oder Tipps? Lass es uns wissen über toegankelijk@toerismevlaanderen.be.

Praktische Infos zur Reise von Lucy, Ollie und Miss Molly

  • Verkehrsmittel 
    Lucy und ihre Begleitung reisten mit dem Eurostar nach Flandern und zurück. Der Blindenhund Molly durfte kostenlos mitreisen. Längere Strecken wurden mit dem Taxi zurückgelegt. Die kürzeren Strecken legten sie zu Fuß zurück.
  • Übernachten
    Hotel Vé in Mechelen und Hotel 't Sandt in Antwerpen.
  • Restaurants 
    Bistro Fuego  
    Bracc 
Zwei Frauen sitzen an einem Holztisch und betrachten gemeinsam einen hellen Pelzstoff in einem Modestudio.

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