Das rollstuhlfreundliche Abenteuer von Kris an der flämischen Küste

Zwei Freunde machen ein Selfie vor einem bunten Gebäude; einer sitzt im Rollstuhl mit montiertem Gerät.

Eine barrierefreie Reise durch Flandern

Im Herbst 2026 haben wir in Flandern eine Reihe von Reisenden mit Behinderung empfangen. Auf ihren Social-Media-Kanälen berichten sie von ihrer barrierefreien Reise nach Flandern. Sie lernten als Erste die Selfie-for-all-Stellen kennen. Diese taktilen Bodenplatten versetzen blinde und sehbehinderte Menschen in die ideale Position für ein Traum-Selfie. In diesem Artikel erfährst du mehr über Kris’ Abenteuer an der flämischen Küste mit Zwischenstopps in Ostende, De Panne und Oostduinkerke.

Wer ist Kris?

  • @bucketkris
  • Niederlande 🇳🇱
  • Leidet an einer nicht voraussagbaren Krankheit, hat Mobilitätsprobleme und verschiedene Allergien
  • Liebt Rucksackreisen und Slow Travel
  • Reist oft allein mit ihrem elektrischen Handbike
  • Wurde auf dieser Reise von ihrer Freundin Annika begleitet und unterstützt
Lachende Person mit kurzen Haaren sitzt an einem Fenster in einem Café, beide Hände gestisch erhoben.

Ostende, die Heimatstadt von James Ensor

Die flämische Küste erstreckt sich über nicht weniger als 67 Kilometer und besticht durch ihre weitläufige Schönheit. Es gibt also viel zu entdecken. Kris und Annika beginnen ihre Reise im stolzen Ostende. Diese Stadt verbindet das raue Leben der Fischer mit Kunst und Grandeur. Der flämische Meister James Ensor ist das künstlerische Aushängeschild der Stadt. Möchtest du ihn besser kennenlernen? Das James-Ensor-Haus empfängt dich mit offenen Armen. Hier verbrachte er die letzten 30 Jahre seines Lebens. Dieses Museum und Erlebniszentrum führt dich durch sein Leben und Werk. Dieses besondere Erlebnis steht jedem offen. Das gesamte Museum ist rollstuhlgerecht. Es gibt Audioguides und zusätzliche Informationen für Menschen mit Sehbehinderung. Der Besuch hinterließ einen bleibenden Eindruck: „Hut ab!“

Frau mit langen blonden Haaren betrachtet Gemälde an einer grün tapezierten Wand neben gelben Vorhängen.

Ein barrierefreier Rundgang zu beeindruckender Straßenkunst

Ostende atmet Kunst. Das sieht man überall in der Stadt – dank The Crystal Ship. Dieses Straßenkunstfestival geht regelmäßig in Ostende vor Anker. Immer wieder entstehen dann Dutzende neuer Kunstwerke in den Straßen und auf den Plätzen. Manchmal monumental groß, manchmal subtil versteckt. Kris und Annika entdecken all diese Kunstwerke bei einem Spaziergang, der an vielen Höhepunkten vorbeiführt. Der Weg führt größtenteils über befestigte Gehwege, Spazierwege und die Strandpromenade. Auch die kostenlose Fähre, die dich zu den Kunstwerken am Ostufer bringt, ist rollstuhlgerecht. Ein wunderbares, unbeschwertes Abenteuer entlang der Kunstwerke an der Küste.

Selfie einer lächelnden Frau am Jachthafen; im Hintergrund winkt eine Frau im Rollstuhl bei Booten und Wohnblocks.

Die Küstenstraßenbahn – eine entspannte Fahrt entlang der Nordsee

Die flämische Küste ist eine reich gefüllte Schatzkiste voller Höhepunkte. Wie lassen sich diese am besten entdecken? Mit der Küstenstraßenbahn natürlich! Diese zieht sich wie ein langes Band entlang der Nordsee: 67 Haltestellen auf einer Strecke von 67 Kilometern. Kris und Annika nutzen die Gelegenheit, um auf diese Weise zu ihrem nächsten Reiseziel zu gelangen. „Mit dem Rollstuhl an den Strand? Angenehm warm in der Straßenbahn, die uns von Ostende bis nach De Panne bringt.“ Die Straßenbahnen sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Sie haben einen niedrigen Boden, ausgewiesene Rollstuhlplätze und eine ausfahrbare Rampe. Noch ein Kunsttipp: Die Küstenstraßenbahn ist ideal, um den Beaufort-Skulpturenpark zu entdecken. Dieses Freilichtmuseum umfasst mehr als 40 Kunstwerke im öffentlichen Raum, die über die gesamte flämische Küste verteilt sind.

Beaufort OLNETOP_© Westtoer APB
Gelbe Skulptur wie Farbspritzer auf einer Düne, mit Meer und Strand im Hintergrund und einer Person mit Hund.

Sonne und See? Sorgenfrei!

Was gibt es Schöneres als einen langen Strandspaziergang? Deine Lungen füllen sich mit salziger Meeresluft, während der Wind dein Haar umspielt. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist das allerdings nicht so einfach. Zum Glück hat das Besucherzentrum Duinpanne dafür eine Lösung. Dort kannst du einen speziellen, für den Strand geeigneten Rollstuhl mieten. Bei ihrem Ausflug schob Annika Kris mit Muskelkraft voran. Es steht aber auch ein elektrischer Rollstuhl zur Verfügung. Von diesem Besucherzentrum aus kannst du auch die Naturgebiete von De Panne ganz unbeschwert erkunden. Auf vier Rädern wandern ist ein komfortabler, breiter und rollstuhlgerechter Weg. Auch der Untergrund ist entsprechend angepasst. Unterwegs gibt es genügend Bänke, auf denen du bei Bedarf eine Verschnaufpause einlegen kannst.

Bezoekerscentrum Duinpanne_© Provincie West-Vlaanderen
Holzterrasse mit Picknicktischen an einem Teich; drei Personen sitzen und reden, Gebäude im Hintergrund.

Der Kaviar der Nordsee

Nach Zwischenstopps in Ostende und De Panne reisen Kris und Annika weiter zur letzten Station ihrer Nordsee-Reise: Oostduinkerke. Dieser kleine Ort prägt unsere kulinarische Kultur in hohem Maße. Hier sind die Garnelenfischer auf Pferden beheimatet. Am Strand waten kräftige Bauernpferde durch die Brandung. Mit ihren großen Schleppnetzen fangen sie die grauen Nordseegarnelen. Es ist der einzige Ort der Welt, an dem noch auf diese traditionelle Weise gefischt wird. Kein Wunder, dass die UNESCO diesen Brauch als immaterielles Kulturerbe der Menschheit würdigt. Möchtest du die Garnelen gerne einmal probieren? Gleich neben dem spannenden und barrierefreien NAVIGO-Fischereimuseum findest du das Estaminet De Peerdevisscher, das für seine köstlichen, frisch zubereiteten Garnelenkroketten bekannt ist. Ein schmackhafter Abschluss für ein wunderbares Abenteuer an der Nordsee.

Garnaalvissers
Mann in gelber Jacke reitet durch seichtes Meerwasser am Strand entlang, mit Körben und Möwen.

Kris blickt zurück

„Wir haben unseren Aufenthalt in Flandern sehr genossen. Die Menschen dort sind so freundlich. Das macht alles noch schöner. Ich habe viele Allergien, was es manchmal schwierig macht, auswärts zu essen. Hier haben alle so viel Rücksicht darauf genommen. Jedes Mal wurde etwas zubereitet, damit ich mitessen konnte. Wenn wir wieder nach De Panne kommen, probiere ich auf jeden Fall den elektrischen Strandrollstuhl aus. Was für eine fantastische Erfindung!“

Lerne Kris näher kennen

  • Was genießt du im Urlaub besonders? 
    „Etwas über die Welt lernen oder Neues entdecken.“
  • Was nimmst du IMMER mit in den Urlaub? 
    „Meinen schönen Rucksack, der schon viel erlebt hat.“
  • Was magst du im Urlaub überhaupt nicht? 
    „Die typischen Touristenrouten abzuklappern, ohne bei Einheimischen beliebte Reiseziele zu besuchen.“
  • Was ist dein flämisches Lieblingsgericht? 
    „Brüsseler Waffeln.“
  • Wodurch fühlst du dich auf Reisen wirklich willkommen? 
    „Wenn ich nette Menschen treffe, die mitdenken und auf mich eingehen.“

Wir haben Kris und Annika mit offenen Armen empfangen. Sie erlebten einen abwechslungsreichen Besuch, für uns war es eine besonders lehrreiche Erfahrung. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, Flandern so barrierefrei wie möglich zu gestalten. Hast du Anmerkungen, Vorschläge oder Tipps? Lass es uns wissen über  toegankelijk@toerismevlaanderen.be. 

Praktische Informationen zur Reise von Kris und Annika

Fotocollage von zwei Freundinnen, die am Hafen lächeln, mit einer Statue und einer Person im Rollstuhl.

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