
Thomas Cools




Chicorée-Kroketten
„Da hier der Chicorée unter der Erde wächst, sind die Knospen fester als bei anderem Chicorée. Ich bin überzeugt, dass der Boden Geschmack gibt, der Chicorée jedes Bauern schmeckt anders. Das Erdreich sorgt auch für ein langsameres Wachstum: Wenn der Chicorée Zeit bekommt und nicht gehetzt wird, ist der Geschmack sowieso weniger bitter und ausgeprägt.“ Wenn er aus dem Boden geholt wird, ist er mit schwarzer Erde bedeckt. „Drinnen wird der Chicorée gereinigt: Die schmutzigen Blätter werden entfernt. Danach verpacken wir ihn in blaues Papier, sodass kein Licht an ihn kommen kann. Licht färbt den Chicorée grün, und das ist eine Todsünde.“ Beim Reinigen werden viele Blätter aus der Knospe entfernt, denen nichts fehlt, außer dass sie durch die Erde etwas schmutzig sind. „Ich fand es schade, diese Blätter einfach auf den Komposthaufen zu kippen. Deshalb habe ich angefangen nachzudenken, ob wir damit nichts machen könnten. Suppe daraus zu kochen, fand ich zu offensichtlich. Als die Frittenbude bei mir ums Eck anregte, daraus Kroketten zu machen, war ich begeistert. Inzwischen arbeiten wir mit einem Kroketten-Hersteller zusammen, der handgerollte Kroketten aus unseren Resten macht.“
Die Kroketten kann man auch direkt beim Bauern kaufen, ebenso wie den Chicorée. „Eine kurze Vertriebskette ist wesentlich für unser Überleben. Der Preis, den Einzelhändler für unser Produkt anbieten, ist einfach zu niedrig. Zum Glück schätzen Kunden immer häufiger hochwertige Produkte und kommen gern auf unseren Hof.“